Unterhaltsgenossenschaft Oerlingen
Wir sind die Unterhaltsgenossenschaft Oerlingen und unterstützen die Initiative "Gegen eine Versumpfung des Oerlingerrieds".
Wir setzen uns für den Erhalt der Fruchtfolgefläche im Oerlingerried ein.
Naturschutz macht Sinn, aber die Versumpfung des Oerlingerrieds hat wesentlich mehr Nachteile als Vorteile.
Lesen Sie, was wir Landwirte dazu meinen.
Wir bewirtschaften seit 1973 über 140 Hochstammobstbäume nach den Demeter Richtlinien. 1988 wurde unser Betrieb vollumfänglich in die Demeter Produktion überführt und nach 7 Jahren der Umstellung als Demeterbetrieb anerkannt.
Wir bauen Brotgetreide und Grünlandflächen an, eine Mutterkuhherde rundet den Betrieb ab.
Mit Sicherheit stehen wir hinter dem Naturschutz und schätzen seine Gebiete und die damit verbundene Arbeit. Aktuell soll jedoch im Ried beste landwirtschaftliche Fruchtfolgefläche mit einer sehr hohen Nutzungseignungsklasse als Kulturland verloren gehen und durch zerstören der Drainagen, welche heute erst ungefähr 25% ihrer Einsatzzeit erreicht haben, vorangetrieben werden. Ebenso soll künstlich Bachwasser des Mederbaches in dieses Gebiet einfliessen. Diese Aufwertungen für die Landwirtschaft wurden mit hohem finanziellen Aufwand und über 1000 Stunden Fronarbeit durch die Bewirtschafter vor 25 Jahren abgeschlossen.
Die Unterhaltsgenossenschaft musste über CHF 32'000.-- an dieses Projekt beisteuern. Die betroffenen Landwirte zahlten zusätzliche CHF 50'000.-- an diese Auffüllung. Die vom Bund und vom Kanton geleisteten Subventionen wurden an eine Umnutzungssperre bis 2025 gebunden, welche nun einfach übergangen wird! Diese Gelder haben die Steuerzahler entrichtet. (CHF 136'000.--)
Die jetzt schon markant gestiegene Mückenplage, welche die Anwohner im Bergli und im Quartier Madwies belästigt, wird sich gemäss Expertenbericht nochmals massiv verschärfen. Das Naherholungsgebiet Badi Oerlingen ist keine 50 Meter vom Naherholungsgebiet Ried entfernt und wird eine Abwertung durch die zu erwartende Insektenplage hinnehmen müssen.
Wir sehen in diesem geplanten Vorgehen eine Willkür und die Problematik, dass schriftlich festgehaltene Abmachungen nicht eingehalten werden.
Bei solchen Projekten ist es zwingen zuerst PFAS* belastete Flächen zu nutzen, anstatt hochwertiges Ackerland zu missbrauchen.
* PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) sind eine Gruppe von mehreren Tausend synthetischen Industriechemikalien.
Ich bin 45 Jahr alt, gelernter Landwirt und gelernter Landmaschinenmechaniker. Mein Betrieb umfasst 26 LN Ackerbau. Zuckerrüben, Brotgetreide, Futtergetreide, Mais und Soja gedeihen auf meinen Feldern. Auch Schweinezucht, Wiesland und Oekowiese gehört dazu.
Mein Betrieb ist im Ackerbau als auch bei der Schweinezucht vollumfänglich auf IP Suisse ausgerichtet.
Was würde eine Reduzierung des Ackerlandes und dessen Umwandlung in ein grösseres Ried für mich bedeuten?
Bei einer Vergrösserung würde der Abstand des Naturschutzgebietes zu meinem Betrieb von 380m auf 160m Entfernung verkürzt.
Durch die kleinere Distanz könnte der Ammoniakausstoss meines Labelstalles zum Problem werden, obwohl die Windrichtung äusserst selten in Richtung Naturschutzgebiet zeigt.
Dies bedeutet wiederum, dass die Tiere dann im Stall bleiben müssten und die Luft mit einem speziellen Luftwäscher gereinigt werden müsste. Die Kosten für einen solchen Luftwäscher würden sich auf ca. 250'000 belaufen.
Es wäre nicht in meinem Sinne das Tierwohl zwecks einer Ausweitung des Naturschutzes zu reduzieren.
Einengende Regelungen von Seite Naturschutz würden auch dazu führen, dass eine Übernahme einer neuen Generation schwierig würde. Gleichzeitig würde der Betrieb an Wert verlieren.
Wie stehe ich zu Naturschutz und Nachhaltigkeit?
Ein nachhaltiger Umgang in der Schweinezucht und auf meinen Feldern ist mir wichtig. Darum fliesst mein Futtergetreide auch in Form von Tierfutter auf den Betrieb zurück.
Meine Felder werden nach dem IP Suisse Label bewirtschaftet.
Dies bedeutet Pflanzenschutz in den Kulturen reduziert einzusetzen. Die Zuckerrüben werden fungizidfrei angebaut.
Mit vielen Obstbäumen rund um den Hof, Blühstreifen, Oekoflächen, Asthaufen und Steinhaufen, setzen wir uns gerne für die Nachhaltigkeit ein und bieten Platz für viele Bewohner, die wir schon bewundern durften. Wiesel, Igel, Turmfalken und Singvögel aller Art, die ihre Brut auf unserem Hof aufziehen sind bei uns Standard. Gerne besucht uns auch immer wieder eine Schleiereule.
Weiter sind auf unserem Betrieb jedes Jahr über 30 Rauchschwalbenpaare angesiedelt, die ihre Jungen in unseren Schweineställen aufziehen. Durch den freien Einflug in alle unsere Ställe und durch das grosse Futterangebot aus Fliegen, herrscht auf unserem Betrieb ein optimaler Brutplatz für Rauchschwalben.
Unser Familienbetrieb wird bereits in dritter Generation geführt und ist auf die Angus-Mutterkuhhaltung sowie Angus-Weidemast spezialisiert. Der gesamte Betrieb besteht aus Grasland, welches nachhaltig und standortgerecht bewirtschaftet wird.
Die Produktion erfolgt nach den Richtlinien von IP-SUISSE sowie Mutterkuh Schweiz. Dabei legen wir grossen Wert auf eine tiergerechte Haltung, eine naturnahe Bewirtschaftung und die Erzeugung von hochwertigem Schweizer Rindfleisch.
Zusätzlich engagieren wir uns aktiv für Biodiversität und Landschaftspflege als Teilnehmer des ökologischen Vernetzungsprojekts der Gemeinde.
Auf unserem Betrieb setzen wir bereits heute zahlreiche Massnahmen zur Förderung der Biodiversität um. Dazu gehören unter anderem Steinhaufen, stehendes Totholz, Ast- und Wurzelhaufen, das Pflanzen von Hochstammbäumen, mechanische Unkrautbekämpfung, Vogelhäuser und Nistkästen sowie extensive Wiesenflächen. Wir leisten damit aktiv einen Beitrag zum Natur- und Artenschutz auf unserem eigenen Landwirtschaftsbetrieb.
Mit Sorge beobachten wir jedoch die geplante Erweiterung des Oerlinger Rieds. Unser Landwirtschaftsbetrieb liegt nur rund 180 Meter von der vorgesehenen Erweiterung entfernt und wäre dadurch direkt von den Auswirkungen betroffen. Durch die Ausweitung der Naturschutzflächen gehen wertvolle Frucht- und Landwirtschaftsflächen verloren, die heute für die regionale Nahrungsmittelproduktion genutzt werden. Für uns als Landwirtschaftsbetrieb bedeutet dies erhebliche Einschränkungen in der zukünftigen Entwicklung unseres Hofes.
Auch für kommende Generationen würde eine Weiterführung oder Erweiterung des Betriebs zunehmend erschwert oder teilweise gar verunmöglicht. Besonders die Haltung von Rindvieh könnte durch zusätzliche Auflagen und Emissionsvorgaben stark eingeschränkt werden. Dies gefährdet langfristig die Zukunft der Landwirtschaftsbetriebe in unserer Region. Zusätzlich würden Baubewilligungen zunehmend erschwert und wichtige Entscheidungen nicht mehr regional im Kanton Zürich, sondern auf Bundesebene in Bern getroffen werden.
Zudem bestehen aus unserer Sicht offene Fragen bezüglich der möglichen Zunahme der Mückenbelastung im Zusammenhang mit der Erweiterung des Oerlinger Rieds. Bis heute sehen wir keine klaren Lösungen oder Konzepte, wie mit diesen Auswirkungen für Bevölkerung und Landwirtschaft umgegangen werden soll.
Auswirkungen der Erweiterungspläne für das Oerlinger Ried auf unsere Produktionsstätte und den Pferdestall «im Bergli»
Verbindung unseres Landwirtschaftsbetriebs mit Oerlingen
Wir, Martin und Agnes Jost-Vollenweider mit unserer Familie, wohnen zwar im benachbarten Marthalen, sind aber mit unserem Landwirtschaftsbetrieb erheblich mit Oerlingen verbunden.
Lage und Abstand unserer Produktionsstätte zum Naturschutzgebiet
Unsere Produktionsstätte «im Bergli» liegt in einer Luftlinien-Entfernung von 230 Meter zum heutigen Naturschutzgebiet im Riet. Nach Umsetzung der Erweiterungspläne wird der Abstand zu unserer Pferdestallung auf 170 Meter reduziert!
Öffentliche Kommunikation und Einbezug betroffener Betriebe
Öffentlich redet und schreibt man «nur» über die Oerlinger Betriebe Huber, Landolt und Keller, welche vom Riet bzw. den durch den kantonalen Naturschutz vorangetriebenen Riet-Erweiterungen betroffen wären.
Bedeutet, dass offiziell nur diese Familien in die Erweiterungspläne eingeweiht, laufend informiert und über mögliche beschränkende Konsequenzen für die Landwirtschaftsbetriebe aufgeklärt (oder zutreffender zur eigenen Klärung angeregt) werden durch Gemeinde Kleinandelfingen und den zuständigen Kantonalen Ämtern.
ABER nimmt man die Fakten mal ernst, dass Betriebe Huber und Landolt 380 Meter und Betrieb Keller 170 Meter vom heutigen Riet-Gebiet weg liegen und bei Umsetzung der Erweiterungspläne gegen Norden mit den Parzellen 3620 und 3621 auch in den Abstand von 170 Meter zu liegen kommen, darf wohl zurecht von einer unfairen und absichtlichen Unterlassung von Seiten der Politischen Gemeinde Kleinandelfingen gegen über uns gesprochen werden.
Die Umsetzung der Naturschutz-Pläne wird Konsequenzen nach sich ziehen, so wie sie schon heute für die Betriebe Huber und Landolt aufgezeigt werden. Betriebsentwicklungen werden verunmöglicht oder die Auflagen verteuern allfällige Projekte bis zur Unwirtschaftlichkeit.
Gemeindevertreter von Kleinandelfingen haben mir gegenüber kommuniziert bei Versammlungen der Unterhaltsgenossenschaft Oerlingen, dass die Autobahn A4 die „rote Linie“ wäre für Auflagen. Dabei gehen sie davon aus, dass eine bauliche oder betriebliche Entwicklung unserer Stallliegenschaft „im Bergli“ von allfälligen restriktiven Auflagen aufgrund des erweiterten Naturschutzgebietes NICHT betroffen wäre. Aufgrund obiger Distanzangaben MUSS aber vom Gegenteil ausgegangen werden. Distanz wäre massgebend und nicht, ob eine Autobahn dazwischen ist oder nicht!
Bereits bestehende Auswirkungen aus dem Riet
Schon die letzten Jahre haben wir Auswirkungen aus dem Riet im Gebiet «im Bergli». So haben wir anfangs, als wir auf die Pferdehaltung umstellten, versucht, während der heissen Jahreszeit die Pferde in der Nacht zu weiden. Es zeigte sich aber, dass der Druck von nachtaktiven stechenden Insekten für die Pferde stressiger war, als die Fliegen und Kribbelmücken tagsüber. So geniessen seither unsere Pferde den schützenden Stall in der Nacht.
Geplante Flutungen und mögliche Folgen
Jetzt ist offen geplant, zusätzliche Parzellen in den Sommermonaten in der Nacht zu fluten. Diese Parzellen liegen noch näher am Siedlungsgebiet! So darf davon ausgegangen werden, dass lästige Mücken sich vermehrt in die Siedlungsgebiete ausbreiten werden. Da wird wohl die Autobahn A4 keine wirkliche «rote Linie» darstellen, so wie es die Gemeinde Kleinandelfingen und die Kantonalen Ämter gerne wiederholen.
Wertschätzung des Naturschutzgebiets
Wohlbemerkt, wir sind keineswegs gegen das Naturspektakel im Oerlinger Riet. Oft haben wir das Vergnügen, bei Arbeiten bei den Pferden über die Autobahn hinweg Zugvögel wie Gänse, Störche und Kraniche zu beobachten, welche in Formation das Riet zur Übernachtung anfliegen und zeitig am Morgen wieder verlassen. Das heutige Riet ist unbestritten wichtig und schön.
Aber eine Erweiterung auf Landwirtschaftsland, welches um die Jahrtausendwende aufgewertet und mit neuen Drainagen (mit Subvention von Kanton/Bund) ausgebaut wurde. Teilfinanziert von Steuerzahler, Pächter und Unterhaltsgenossenschaft Oerlingen? Es kann doch nicht sein, dass innert einer Generation diese Investition in bestes Landwirtschaftsland vernichtet wird. Dazu noch mit der Rückzahlungspflicht der Subventionen, welche durch die Unterhaltsgenossenschaft Oerlingen (sprich: schlussendlich durch alle Landwirtschaftsland-Besitzer im Gebiet Oerlingen) berappt werden müsste. ODER übernimmt diese hohen Kosten die Politische Gemeinde Kleinandelfingen?
Fazit: Auswirkungen der Erweiterungspläne
Die Ausdehnung der heutigen Naturschutzflächen wird uns wie die anderen umliegenden Landwirtschaftsbetriebe in der Betriebsentwicklung betreffen. Wie und womit können wir nur mutmassen, weil wir als «auswärtige» im Prozess ignoriert werden!
Immobilienwert und Mückenplage
Wie uns Landwirtschaftsbetriebe die Erweiterungspläne im Oerlinger Riet in der Entwicklung verhindern könnten, droht auch allen anderen Liegenschaftsbesitzer in Oerlingen eine Abwertung auf dem Immobilienmarkt infolge der zu erwartenden sommerlichen Mückenplagen. Im Gegensatz zu Ellikon am Rhein fehlt Oerlingen nämlich die Möglichkeit für ein Schwumm im Rhein, welche das Negative der Mückenplage annähernd kompensieren könnte. Aussicht bis an Lärmschutzwand der Autobahn wohl auch nicht!
Martin und Agnes Jost-Vollenweider, Marthalen
Stellungnahme zu den Erweiterungsplänen für das Oerlinger Riet
Ausgangslage
Wir, die Familie Maurer, bewirtschaften auf der Liegenschaft Bruggbüel einen Ackerbaubetrieb mit dem Fokus auf Gemüsebau.
Unsere Flächen grenzen an das Oerlinger Riet, zusätzlich wird unser Land durch den Seegrabenbach getrennt. Der Trüllikerbach bildet ebenfalls eine Betriebsgrenze.
Des Weiteren bewirtschaften wir eine Parzelle für den Biobauern Jakob Möckli. Auf dieser einen Parzelle, welche direkt an das Oerlinger Riet grenzt, wird nach dem Bio-Suisse-Standard produziert.
Aufgrund der wasserintensiven Gemüsekulturen haben wir eine Grundwasserkonzession, welche uns den Gemüseanbau ermöglicht. Diese Konzession besteht seit Jahrzehnten und wurde 2018 für eine verhältnismäßig kurze Zeit von 20 Jahren verlängert.
Die Natur und die ökologischen Ausgleichsflächen sind uns wichtig. Deshalb waren wir bereit, einen Teil unseres Landes abzugeben. Damit wurde die Renaturierung des Trüllikerbachs begünstigt. Deshalb konnte sich der Biber ansiedeln. Er trägt selbstverständlich zur Biodiversität bei. Jedoch macht er durch seine Bauaktivitäten die Bachböschungen instabil. Das führt zu diversen Problemen:
Steigende Kosten für den Strassenunterhalt
Durch seine Dammbauten stauen sich Drainagen zurück, was zu Schlammablagerungen und zusätzlichen Unterhaltskosten führt
das Ackerland wird «staunass» und schwieriger zu bewirtschaften
unsere Sicherheit wird gefährdet durch die Gefahr von plötzlich einstürzenden Flurwegen durch seine Bauaktivitäten
Steigende Kosten für den Strassenunterhalt
Durch seine Dammbauten stauen sich Drainagen zurück, was zu Schlammablagerungen und zusätzlichen Unterhaltskosten führt
das Ackerland wird «staunass» und schwieriger zu bewirtschaften
unsere Sicherheit wird gefährdet durch die Gefahr von plötzlich einstürzenden Flurwegen durch seine Bauaktivitäten
Zukünftige Auswirkungen auf den Betrieb Bruggbüel
Unser Sohn spielt mit dem Gedanken, zukünftig in die Munimast einzusteigen. Dafür müssten diverse Neu- und Umbauten vorgenommen werden. Sollte das Riet erweitert werden, so wird es schwieriger, unseren Betrieb auszubauen und konkurrenzfähig zu bleiben.
Schlusswort
Wir freuen uns, tagtäglich die vielfältige Vogelwelt im Oerlinger Riet zu beobachten. Eine solche Fläche muss geschützt und gepflegt werden — das ist richtig und muss aufrechterhalten werden.
Jedoch stellen wir uns klar gegen eine Flutung und Erweiterung des Riets. Wir produzieren Lebensmittel vor Ort und für die Bevölkerung. Dieser wichtige Stellenwert ist zu verstehen und zu beachten. Wir wollen nicht weiter eingeschränkt werden. Zudem sind wir der Meinung, dass mit den Husemerseen, sowie dessen Wäldern, Bächen und Naturschutzzonen bereits sehr viel unberührte Natur in der Region vorhanden ist.